





In der nordöstlichen Peripherie der bayrischen Landeshauptstadt liegt die Gemeinde Kirchheim bei München – ein dünn besiedeltes Dorfgebiet aus dem 6. Jahrhundert. Heute leben in Kirchheim etwa 13.000 Einwohner. Dies sind hauptsächlich Senioren und ältere Mitbürger, die schon länger in der Gemeinde wohnen. Doch ziehen auch mehr und mehr junge Familien nach Kirchheim. Hier können sie sich den Traum von einem Haus im Grünen erfüllen, keine 16 Kilometer entfernt von der Münchner Innenstadt. Die Gemeinde setzt sich aus den Ortschaften Hausen, Heimstetten und Kirchheim zusammen. Auf dem Papier eine Einheit, fehlt den Orten jedoch immer noch eine gemeinsame Verbindung. Seit mehr als 30 Jahren wird daran gearbeitet, eine neue Ortsmitte für alle Gemeindeteile zu entwickeln. Resultat dieser Planungen sind unter anderem der Bau einer Grund- und Hauptschule in der Mitte zwischen den damals noch selbstständigen Gemeinden Kirchheim und Heimstetten. Schon in den 1970er und 80er Jahren wurden die Gemeindegebiete Kirchheim und Heimstetten durch neue Wohnsiedlungen erweitert und die umliegenden Äcker großflächig mit Reihenhäusern bebaut. Die Altstadtstrukturen der beiden Orte liegen dabei jeweils hinter den Neuplanungen, so dass die Wohngebiete die Trennung der Ortschaften verstärkt haben. Ziel ist es also, die Grenzen aufzulösen und gebaute und grüne Verbindungen zwischen Kirchheim und Heimstetten zu vervielfachen, ohne jedoch die einzelnen Quartiere in ihrer bestehenden Struktur zu schwächen. Dies erfordert sowohl eine behutsame als auch starke Geste. Hauptelement der Planung ist die Schaffung einer öffentlichen Grünanlage. Das Erholungsgebiet setzt sich aus einer 13 Hektar, zum Teil weiterhin landwirtschaftlich nutzbaren Flächen, großen Parklandschaft zusammen, die um einen neu angelegten See entstehen soll. Der Park wird rundherum von einem urbanen Aktivitätsgürtel eingefasst. Dieser stellt für Fußgänger und Radfahrer die Verbindung von allen Nachbarschaften her. An besonderen Stellen weitet sich dieser Gürtel zu kleinen Plätzen auf, auf denen Sportanlagen, Spielplätze, ein kleiner Binnenhafen, Cafés und Spielplätze zum Verweilen einladen. Alle öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, das Rathaus, die Sporthalle usw. sind sorgfältig an dieses Funktionsband angekoppelt. Von der Schaffung eines neuen zentralen Stadtparks sollen beide Gemeinden profitieren, ohne dabei jedoch ihre eigenen Stadtmitten zu schwächen. Lediglich das neu zu bauende Rathaus wird auch in dem neuen Gebiet liegen, während weiteren Funktionen wie Einkaufen und sonstige Infrastrukturen in den alten Zentren erhalten bleiben.
TYPOLOGIE: Urbanistischer Masterplan und Park | ORT: München | GRÖSSE: 96ha + 40ha | VERFAHREN: eingeladener Wettbewerb, 2011 | ZUSAMMENARBEIT: Sigurd Larsen, Berlin | AUSLOBER: Gemeinde Kirchheim und Heimstetten