URBANE MITTE GLEISDREIECK

LAGE: Am Gleisdreieck, Berlin | STÄDTEBAU: COBE Berlin | GRÖSSE: 31.500 m2 | AUSLOBER: COPRO Projektentwicklung GmbH | WETTBEWERB: 1. Preis, 2015

Die (historischen) Berliner U- und S-Bahnhöfe sind als robust-elegante Eisenfachwerkkonstruktionen Landmarken im Bild der Stadt und Identifikationspunkt für ganze Nachbarschaften. Der „Berliner Block“ weist im Innenstadtbereich eine Traufhöhe von 22 m auf und die höheren Häuser Berlins treten zumeist in Ensembles auf. Durch die Rekombination und Neuinterpretation dieser lokalen Archetypen auf dem Grundstück der Urbanen Mitte am Gleisdreieck generieren wir ein zugleich Berlin-typisches, aber dennoch überraschend neuartiges und zeitgemäßes Quartier – ein ganz besonderes Stück Berlin.
Das Quartier ist auf die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern zugeschnitten. Innerhalb des Quartiers kann alles binnen fünf Minuten Fußweg erreicht werden. Dazu werden alle an das Grundstück anliegenden Wege und Wegeverbindungen (Wege im und am Park, sowie Strassen) über das Grundstück verlängert und mit den Eingängen der bestehenden und zukünftigen Haltestellen, sowie den Eingangstoren zu den Höfen des Bahnhofs Gleisdreieck direkt verbunden. So entsteht ein kontinuierliches Netzwerk aus Stadträumen, bestehend aus: • Orten der Bewegung und des zufälligen einander Treffens: den Passagen; • und Orten der Ruhe und des Aufenthalts: den Plätzen und Höfen.

Zwischen den Passagen, Plätzen und Höfen sind die neun Baufelder gesetzt, so dass sie als allseitig vom Stadtraum umflossene Solitäre dennoch ein klar erkennbares Ensemble und Kontinuum bilden. Zwei langgestreckte Stadträume in Nord-Süd-Richtung bilden das Rückgrat zwischen Gleisdreieck-Bahnhof und der neuen Bebauung. Daran angegliedert finden sich dreizehn unterschiedlich gestaltete Plätze und Höfe, von denen einige schon heute existieren. Zusammen bilden sie ein kontinuierliches Stadtraummosaik, das mit seinen unterschiedlichen Qualitäten über den Tageslauf ganz unterschiedlichen NutzerInnenansprüchen gerecht wird: Stadtgarten, überdachter Sportplatz, Wäldchen, Stadtplantage, Pausenhof, Amphiplaza, After-Work-Garten, Morgenstund hat Gold im Mund-Platz, Entrée… Gestalterisch nimmt das Stadtraummosaik in Nord-Süd-Richtung Elemente der Eiszeitlandschaft des Berlin-Warschau-Urstromtals mit seinen Sanddünen und Toteisseen auf. In Ost-West-Richtung wird der Übergang vom dicht bebauten Bahnhof zum Landschaftsraum des Parks als Gradient inszeniert. Auf Höhe der Sockelbauten (22 m) gibt es grüne Dachgärten und Terrassen, so daß das Prinzip der verknüpften Freiräume auch dreidimensional wahrnehmbar ist.

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