LANDESGARTENSCHAU BAYREUTH 2016

LAGE: Bayreuth | GRÖSSE: 56 ha | AUSLOBER: Stadt Bayreuth | WETTBEWERB: 2011

Die barocke Tradition ist darauf angelegt Sinne und Emotionen anzusprechen, zu Irritieren und gleichzeitig zu kontrollieren. Sie repräsentiert Gestaltungsprinzipien, die heute nicht an Aktualität verloren haben und für uns zur Inspirationsquelle wurden. Dabei geht es weder darum alle Gestaltungsprinzipien des Barock einmal anzuwenden, vielmehr sollen sie entliehen, neu interpretiert werden. Sie sollen dazu dienen den Auenpark funktional wie emotional zu gestalten und ihm eine eigene, Sprache zu geben. Er wird somit zu einem starken und charakteristischen Teil des Gesamtkunstwerkes Bayreuth, dessen Entwicklung unter Wilhelmine ihren Anfang nahm.Die Eremitage wird über den neuen Park mit der historischen Innenstadt verbunden. Dafür muss das Territorium zwischen beiden als Park neu „erfunden“ werden. Die vorgefundenen Landschaftsbilder wie der Fluss, die Wiesen, der Wald und die Topografie werden zusammengeführt und als Ganzes, als Auenpark in das Gepräge der Stadt Bayreuth eingeführt. Der Zugriff auf Bestehendes und die Aktivierung dessen schafft zugleich einen Übergang zum Landschaftsraum im Osten des Geländes und der Stadt. Wasser als gartenkünstlerisches und städtebauliches Element hat eine lange Geschichte in Bayreuth. Ein Wasserparcour von der Stadt über den neuen Park zur Eremitage und zum Friedhof St.Georgen entsteht.

 

Der Auenpark wird durch den Roten Main und die Topografie der Deiche in landschaftlich unterschiedliche Bereiche unterteilt. Eine bewusste Gestaltung, die mit charakteristischen Pflanzungen auf jeweilige Funktionen eingeht und diverse Räume zwischen Licht und Schatten – Enge und Weite schafft, unterstreicht und stärkt die Eigenart jedes Bereiches. Folgende Bereiche werden dabei herausgeformt: Die Wiesen und Mäander des Flusses, der See und seine Insel und dem “Kinderwald”. Die formal klar und fast schon scharfkantig ausgebildete Topografie der Deiche hebt den Wald auf einen Sockel und nimmt gleichzeitig die Zuschauerränge für die Bühne auf der Insel auf.Zentrum der Gesamtanlage ist der große See. Er nimmt entlang der Hauptachse verschiedene thematische Pflanzungen rund um das Thema Wasser auf. Als Mittelpunkt und Hauptanziehungspunkt werden am See während der Gartenschau besondere Aktivitäten angeboten. So können Paddel-, Ruderboote und Kanus geliehen und der See damit erkundet werden. Im See, an seinem tiefsten Punkt, wird ein Sprungturm installiert, der das Angebot des Badestrands zusätzlich ergänzt.

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