JOHANNITERZENTRUM ANDREASGÄRTEN ERFURT

LAGE: Erfurt | ARCHITEKTUR: Behles & Jochimsen Architekten | GRÖSSE: 20.310 m2 | AUSLOBER: Johanniter Unfallhilfe e.V. | WETTBEWERB: 2. Preis, 2015

Mit den Andreasgärten planen die Johanniter ein innovatives Quartier auf geschichtsträchtigem Boden. Hier geht es um nichts Weniger als die Verbindung von Alt und Jung, von Zukunft und Geschichte, von einem besonderen Ort mit einer Nutzung von allgemeiner Bedeutung. Dies soll sich auch in der Architektur spiegeln. Alt- und Neubauten sehen wir als ein Ensemble, das nicht von Kontrasten, sondern von Bezugnahmen geprägt ist. Die Maßstäblichkeit der Neubauten ist aus dem Kontext abgeleitet. Es entstehen überschaubare Hauseinheiten, die zu Hausgemeinschaften werden können. Dazwischen bleibt genug Luft, um weiterhin das Festungsvorfeld als räumlichen Zusammenhang zu erleben. Die Neubauten sind einfach und kräftig formuliert; so können sie auch gegenüber den imposanten Festungsmauern bestehen. Mit ihrer soliden Materialität integrieren sie die Altbauten und schaffen eine vertraute Atmosphäre.Die Zitadelle auf dem Petersberg ist fast vollständig von einem Grüngürtel umgeben, der durch das ehemalige Polizeigrundstück – dem jetzigen Baugrundstück – unterbrochen wird. Entlang der mächtigen Festungsmauern führt ein öffentlicher Rundweg, der das Gelände der Zitadelle aus der Innenstadt heraus erschließt.

Im Zuge der Entwicklung der Andreasgärten werden der Rundweg und der Grüngürtel im unmittelbaren Eingriffsbereich wiederhergestellt und ein für die Öffentlichkeit attraktiver Raum entlang der Festungsmauern hergestellt. Einige wenige Baumgruppen strukturieren die parkartigen Grünflächen und lassen die Festungsmauer weitgehend unverstellt. Der öffentliche Weg entlang der Mauer weitet sich immer wieder auf und bieten qualitätvolle Aufenthaltsmöglichkeiten, insbesondere am noch zu errichtenden Treppenzugang zum oberen Festungsplateau. Die inneren Grünanlagen der Andreasgärten gliedern sich in vier kontrastvolle Bereiche – dem großzügigen Gemeinschaftsgarten, den intensiveren privaten Gärten der Erdgeschosseinheiten, dem Kitaspielbereich und dem Vorbereich der Festhalle. Die gemeinschaftlich genutzten Gartenflächen haben mit ihren kompakten Baumgruppen einen offenen Charakter. Großzügige Rasenflächen und die Wege begleitende Pflanzbänder mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Pflanzenfamilien bieten ein reizvolles Ambiente für die vielen verschiedenen Generationen der Bewohner der Andreasgärten. Der kleine Platz an der Kapelle bildet das logische Zentrum der Anlage und bietet Sitzgelegenheiten für dort stattfindende Treffen.

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