JENA EICHPLATZ

LAGE: Jena, Thüringen | ZUSAMMENARBEIT: Kortemeier Brokmann Landschaftsarchitekten, Herford | GRÖSSE: 3.800 m2 | AUSLOBER: Stadt Jena | WETTBEWERB: 2012

Jena fasziniert durch ihre spezifische urbane Textur als Ergebnis ihrer topografischen Lage und der wechselhaften 600-jährigen Geschichte. Insbesondere haben sich die neu eingefügten Strukturen des DDR-Städtebaus mit dem prägnanten Zeisshochhaus und dem vorgelagerten Platz der Kosmonauten in das mittelalterliche Stadtbild eingeschrieben. Ein neuer Bebauungsplan sieht nun die Neustrukturierung dieses überdimensionierten Platzes durch Bebauung und eines kleineren eingeschriebenen Platzes – des Eichplatzes – vor. Geologie und Topografie sind von zentraler Bedeutung in Jenas Stadtbild. Die bewaldeten Kalksteinberge sind von überall sichtbar und in der Stadt verteilt bietet sich von vielen Aussichtspunkten ein guter Überblick über die an einer Hangsituation errichteten Stadt. Eine typische solche Situation ist auch der Standort des neuen Eichplatzes mit einem Höhenunterschied von 3.5m. Diese Situation ist der Ausgangspunkt unserer Gestaltungsstrategie.

Das Projekt gliedert sich in zwei Hauptbestandteile – der Stufenanlage und dem ebenen Platzbereich davor. Die Stufenanlage bietet eine komfortable Möglichkeit den Höhenunterschied zu überwinden und den Platz zu queren. Die Osthälfte der Treppenanlage sind bequeme Treppenstufen, die den freien Bewegungsfluss der Fußgänger ermöglichen. In der sonnigeren westlichen Hälfte formen die Rampen kleine Balkone und Sitzstufen. Der Treppenanlage gegenübergestellte Platzraum bleibt im Kontrast dazu fast leer. Dies geschieht um die maximale funktionale Offenheit zu gewährleisten. Die Vielschichtigkeit der Gestaltung setzt den großen Höhensprung in einen menschlichen Maßstab um. Dieser Höhensprung wird zum Ausgangspunkt unseres Gestaltungskonzeptes indem wir ihn in viele flexibel nutzbare Zwischenstufen unterteilen und damit die Vorteile der Hanglage multiplizieren. Die Treppe wird zur Tribüne des vorgelagerten Platzes und in direkter Linie zur antiken Agora und des erst kürzlich überwundenen letzten Regimes kann und soll hier die Freiheit der Rede praktiziert werden.

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