ERNST-ABBE-PLATZ JENA

LAGE: Jena, Thüringen | GRÖSSE: 10,000 m2 | AUSLOBER: Stadt Jena | WETTBEWERB: 3. Preis, 2012

Jena fasziniert durch seine spezifische urbane Textur als Ergebnis ihrer topografischen Lage und der wechselhaften 600-jährigen Geschichte. Ein bedeutsamer Teil dieser Geschichte ist die Entwicklung Carl Zeiss Jena mit seiner Entstehung, Niedergang und Wiederauferstehung bis in die heutigen Tage hinein. Der Ernst-Abbe-Platz wird auch heute noch durch die ehemalige Fabrikstruktur des Zeiss Werks geprägt und funktioniert wie eine kleine abgeschlossene und überraschende Welt in sich selbst. Vor allem aber scheint es dem Platz in seiner derzeitigen Konfiguration an einer Mitte zu fehlen. Der Platz ist allseitig umschlossen mit einer einzigen Öffnung – der zum Himmel. In diesen geschlossenen Raum führt der Entwurf ein Landschaftsthema ein, dass sich aus Jenas topografischer Lage und umgebenden Naturräumen entwickelt und so einen charismatischen und identitätsstiftenden Charakter erzeugt. Die Gestaltung soll Struktur und Orientierung geben und muss sich vor den hohen Fassaden der angrenzenden Gebäude behaupten können. Um dies zu erreichen werden drei große in sanften Hügeln angelegte Bereiche des Platzes um ca. 50cm angehoben, damit neue Bäume gepflanzt werden können.

Diese drei Topografien schaffen räumliche Beziehungen und strukturieren den Platz, um eine optimale Erreichbarkeit und Verbindung der verschiedenen Zugänge zu den Gebäuden zu gewährleisten. Vor der Mensa und dem Hörsaal der Universität werden die Erhöhungen durch einen geraden Schnitt begrenzt, um klare Vorplatzsituationen zu schaffen. Der entstehende Höhensprung wird durch eine Sitzmauer akzentuiert und funktionalisiert. Als prägender Baum werden Birken mit ihrem wilden Charakter diesen städtischen Raum erfrischen. Der derzeit im Sommer heiße und stickige Platz wird durch die neuen Bäume deutlich an Aufenthaltsqualität gewinnen. Das Laub schafft schattige Orte, befeuchtet die Luft und bindet Staub. Gesägtes Granitkleinsteinpflaster in unterschiedlichen Grautönen in einem richtungslosen Verband erlaubt eine übergangslose Geländemodellierung und ist durch seine gesägte Oberfläche komfortabel zu belaufen und rollstuhlfreundlich. Die durchgängige steinerne Textur des Platzes steht im eleganten Kontrast zu den im Raster gepflanzten Bäumen.

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